Ok, im ersten Teil haben wir festgehalten: Niemand verteilt Bitcoin, es war von Anfang an für alle offen. Heute die logische Anschlussfrage — wie entsteht Geld eigentlich normalerweise? Denn erst wenn du das verstehst, siehst du, warum Bitcoin so ein radikal anderer Ansatz ist.
Unser gewohntes Geld entsteht oben. Eine Zentralbank beschließt, dass es mehr davon gibt. Dieses frische Geld geht zuerst an Banken, an den Staat, an große Player. Und von dort sickert es langsam nach unten durch, bis irgendwann ein Rest bei dir ankommt. Von oben nach unten, in genau dieser Reihenfolge. Klingt harmlos, hat aber einen fiesen Haken.
Denn bis das neue Geld bei dir ankommt, sind die Preise längst gestiegen. Die ganz oben konnten noch zu den alten, niedrigen Preisen einkaufen. Du zahlst die neuen. Sie hatten den Vorsprung, du hast das Nachsehen — allein wegen der Reihenfolge, in der das Geld ankommt. Das ist kein Zufall, das ist eingebaut ins System.
Bitcoin kennt dieses „Oben” gar nicht. Es gibt kein Gremium, das entscheidet, wer zuerst drankommt. Neue Bitcoin entstehen nach einer festen, für alle gleichen Regel — egal ob Großbank oder du am Küchentisch. Keiner hat einen eingebauten Vorsprung. Und damit sind wir bei der spannenden Frage für Teil 3: Wenn niemand verteilt und keiner einen Vorsprung hat — warum haben dann trotzdem manche mehr als andere?